Die Sinterstufen - Kalktuffterrassen bei Dorfhaus

Im Naturpark Fränkische Schweiz gelegen, entspringt der Kalktuffbach Lillach nur wenige Kilometer hinter dem Ortsteil Dorfhaus bei Weißenohe.

Nahaufnahme der Sinterstufen

Das Naturdenkmal Lillachtal ist über die letzten 10000 Jahre entstanden und hat dabei die sogenannten Sinterterrassen ausgebildet. Dieses Naturschauspiel ist sehr selten, da verschiedene örtliche Gegebenheiten zusammentreffen müssen. Ein wesentlicher Faktor ist der für die Karstlandschaft der Fränkische Schweiz typische kalksteinhaltige Boden. Durch den Niederschlag auf die Hochflächen sickert der kohlendioxidhaltige Regen durch das Kalkgestein und löst hierbei durch eine chemische Reaktion einen Teil des Kalks aus dem Gestein. Durch diese Lösungsverwitterung wird das Wasser der Lillachquelle stark mit Kalk angereichert.

Dieser Prozess wird durch kleine Wasserfälle und Verwirbelungen im Flußlauf gestoppt, da hierbei das Kohlendioxid wieder gelöst wird und der Kalk ausfällt. Das Ergebnis sind Ablagerungen von feinen Kalknadeln an den im Wasser wachsenden Pflanzen - diese wirken der Verkrustung jedoch entgegen, in dem sie über die verkalkte Schicht hinauswachsen - über viele Jahrzehnte entstehen auf diese Weise die sogenannten Tuffe.

Ein Grund, weshalb für die Erhaltung dieses Naturschauspiels keine Kosten und Mühen gescheut wurden, ist die Geschwindigkeit mit der die stockwerkartigen Kalkgebilde entstehen: Die Sinterstufen wachsen jährlich nur um zwei bis drei Millimeter. Die Schaffung von befestigten Wanderwegen und der Uferbefestigung waren auch nötig, um das sensible Ökosystem zu schützen. Ohne die dortigen Moose und das auf und um die Sinterterrassen herum lebende Kleingetier, wäre dieses Naturphänomen nicht entstanden.

Blick auf die Sinterstufen - der Kalktuffbach Lillach

Darüber hinaus dient das Lillachtal auch als Rückzugsgebiet für viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen, die sich speziell an diesen Lebensraum angepasst haben.